die trendhaftigkeit sozialen engagements treibt zur zeit steigender flüchtlingszahlen ihre blüten. ich werde das gefühl nicht los dass menschen das benutzen um sich selbst zu überhöhen - eine arbeit am eigenen ego betreiben - ihr helfersyndrom stillen. ein emotionalistisch-massenpsychologischer effekt, das gefühl auf der richtigen, guten seite zu stehen und das richtige zu tun. und zwar billig und ohne mühe, schön bequem aus der masse heraus, ohne jegliche zivilcourage. ich assoziiere damit die 90er-jahre lichterketten oder den "red nose day". auch ein bisschen bücherverbrennung und nachbardenunziation. dabei geht es fast immer auf kosten der "anderen", die bösen dummen ossi-nazis, die kaltherzigen ungarn. auch der journalismus verliert die notwendige emotionale distanz und moralisiert fleissig mit, bemerkt zb die nzz (und geht auch auf die meinungskontrollen und zensuraufforderungen ein) und doris akrap im guardian, deutschlands selbstinszenierung habe fast etwas passiv-aggressives an sich. sophie elmenthaler berichtet über die skepsis der menschen die schon seit längerem aktiv helfen. nachtrag: nachdem man die flüchtlinge so schön umgeleitet hat damit sie nicht beim oktoberfest stören, gibts nun das äquivalent zum red nose day...
unser chef zwingt uns zu einer "gedenkminute" für die 150 opfer des germanwings unfalls vom 24. märz. als am 25. april in nepal knapp 10.000 menschen beim erdbeben sterben, wird das nicht einmal angesprochen oO
sollen die zähne genesen. dieser panorama-artikel in der zeit wäre nicht der rede wert wenn darin nicht so viele imo typisch deutsche wesenszüge vorkämen. SO massiv konzentriert.
da wäre a) künstliches beleidigtsein, b) moralismus (und oder bigotterie), c) guter alter rassismus.
die kieferorthopädin bereut es mittlerweile. kommt echt glaubwürdig nachdem das durch die deutschen medien ging, eine anzeige von der betroffenen familie angedroht wurde und die kassenzahnärztliche vereinigung mit geldstrafe droht und verstösse gegen das vertrags- und berufsrecht prüft.